Mittwoch, 16. Mai 2012
Im Fußball bezeichnet man für gewöhnlich die Fans einer Mannschaft als den zwölften Mann auf dem Platz. Gestern waren einige von ihnen wirklich dort.
Dumm nur: Das Spiel war noch im Gange und einige Spieler bekamen es (zurecht) mit der Angst zu tun.
Am Dienstagabend fand das Rückspiel der diesjährigen Entscheidungsspiele über den Auf- und Abstieg zwischen der ersten und zweiten Liga statt. Echte Experten sprechen auch von Relegation.
Wer das Spiel zwischen Hertha BSC Berlin und Fortuna Düsseldorf gesehen hat, kann sich spätestens seit heute Morgen nur noch an die letzten 20 Minuten erinnern. Damit sind allerdings die letzten 5 Spielminuten gemeint. Davor haben die beiden Mannschaften der Sage nach jeweils zwei Tore geschossen und irgendwann haben die Fans gleichzeitig Pyrotechnik benutzt und damit den Schiedsrichter Wolfgang Stark (nein, Iron Man heißt Tony Stark) zur Weißglut gebracht.
Soviel zum Spiel. Ich glaube, es hat auch eine rote Karte gegeben. Das ist aber auch alles, was man sonst wissen muss.
Der Spielstand von 2:2 ist nicht ganz irrelevant. So stand es nämlich zum Schluss. Hertha ist aufgrund der Hinspielniederlage (1:2) in die zweite Liga abgestiegen, Fortuna Düsseldorf würde mit diesem Ergebnis in die Bundesliga aufsteigen. Wer nicht gerade jeden zweiten Samstag gegen 18 Uhr besoffen und mit Jeanskutte bekleidet in der U5 sitzt, weiß, dass der Abstieg der Hertha an sportlichen Maßstäben gemessen absolut richtig ist. Fortuna hingegen hat eine sehr gute Saison in der zweiten Liga gespielt und den Aufstieg durchaus verdient. So viel zur sportlichen Seite.
Ich bin Fan des FC Hansa Rostock. Seit meiner Jugend wird der Verein mit Hooligans bzw. „Problemfans“ in Verbindung gebracht. Jede von angeblichen Hansa-Anhängern zerstörte Bushaltestelle in Orten, die niemand kennt, wird von den Medien aufgegriffen, um Stimmung gegen den beliebtesten Verein im östlichen Teil Deutschlands zu machen.
Vor diesem Hintergrund müsste man Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC eigentlich in die siebte Liga absteigen und ein ganzes Jahr ohne Publikum spielen lassen.
Was ich bisher nicht erwähnt habe: Kurz vor dem Ende des Spiels am gestrigen Abend, es waren rund 95 Minuten gespielt, konnten die Fortuna-Fans ihre Vorfreude nicht mehr für sich behalten und mussten die Spieler auf dem Platz daran teilhaben lassen. So wurde also das Spielfeld gestürmt. Durch hochauflösende HD-Fernsehkameras konnte ich die sich anbahnenden Freudentränen desjenigen Fortuna-Fans erkennen, der sich vor Spielende das Rasenstück mit dem Elfmeterpunkt stibitzte. Frech!
Beide Mannschaften verschwanden in der Kabine. Draußen feierten einige Hundert zwölfte Männer (und Frauen) den bevorstehenden Aufstieg.
Es gelang, die Fans wieder an den Spielfeldrand bzw. auf die Tribünen zu schicken. Dummerweise war Hertha nun im Nachteil, da sie soeben von Fans der gegnerischen Mannschaft überrannt und dementsprechend eingeschüchtert waren. Ein Tor der Hertha hätte für den Verbleib in der ersten Liga gesorgt und die Aufstiegshoffnungen der Fortuna zunichte gemacht.
Hertha betrat nach einigem Zögern wieder das Spielfeld. Eine Minute später wurde das Spiel endgültig abgepfiffen. Es ist – in dieser Situation: zum Glück – kein Tor gefallen. Der Fußballverein aus Berlin ließ etwas später verlauten, dass man eigentlich gar nicht weiterspielen wollte, sondern auf Bitten der Polizei, Eskalation in Form von körperlicher Gewalt von Zuschauern zu verhindern, einlenken und das Spiel fortsetzen musste.
Ich halte Entscheidungen am sogenannten „grünen Tisch“ des Sports für unwürdig. In diesem Fall aber sollte die Deutsche Fußballliga meiner Meinung nach ein Wiederholungsspiel auf neutralem Boden ansetzen. Aus zwei Gründen: Zum einen wurde das Spiel von Außenstehenden beeinflusst. Welche Auswirkungen das hatte oder hätte haben können, sei mal dahingestellt. Es reicht, dass es passiert ist. Zum anderen hat die Fortuna bewiesen, dass sie ihre Fans nicht im Griff und ein nicht ausreichend gesichertes Stadion hat. Deshalb haben sie kein Relegationsheimspiel verdient.
Das mit der siebten Liga fände ich allerdings noch besser.
Mittwoch, 16. Mai 2012
AMC ist einfach geil. Da das Kürzel eher unbekannt ist, hier zwei Tipps: „Breaking Bad“ und „The Walking Dead“. Letzteres ist nicht mein Fall, aber ebenso gut inszeniert. Beim US-Kabelsender AMC werden beide Serien ausgestrahlt. Sowie eine dritte: Mad Men.
Die achte Folge der fünften Mad-Men-Staffel hat mir wieder vor Augen geführt, warum die Serie so erfolgreich ist: Weil es schwer in Worte zu fassen ist. Es gibt spannendere Serien (z.B. Breaking Bad). Humor kann man nur hin und wieder entdecken (je nachdem, worüber man lacht). Doch die fantastisch gelungene Wiedergabe der Sechzigerjahre fesselt mich einfach an die Couch. Gesellschaftliche Konflikte, die nicht nur für die damalige Zeit typisch sind, werden mithilfe der guten schauspielerischen Leistungen der Protagonisten exzellent auf die Leinwand übertragen. Es ist, als wäre ich dabei gewesen.
In der erwähnten Folge lauschte der Hauptdarsteller John Hamm in seiner Figur als Donald (Don) Draper dem Song „Tomorrow Never Knows“. In dieser Szene, in der Don Draper mal wieder nachdenklich darüber wurde, ob die Verknüpfung seines Privat- und Berufslebens […] die richtige Entscheidung war, passte einfach alles. Vor allem die dominante Musik. Das sind die Momente, die Mad Men von anderen Serien unterscheidet.
Kann ich mich auch bei Modern Family besser amüsieren, möge bei Breaking Bad eine viel höhere Anspannnug herrschen und sei bei Homeland die Besetzung noch einen Tick besser: Mad Men ist eine geniale Serie, deren letzte Episode bitte noch lange auf sich warten lassen soll.
Unnützes Wissen: Produzent Matthew Wiener soll laut der New York Times rund 250.000 US-Dollar für die Lizenzkosten des Beatles-Tracks „Tomorrow Never Knows“ bezahlt haben. Hat sich gelohnt.
Dienstag, 8. Mai 2012
Verdammt, bin ich nervös. Heute sind JAV-Wahlen bei meinem Arbeitgeber. Für die Gesamt-JAV des gesamten Konzerns habe ich mich gemeinsam mit Kollegen aus Berlin und anderen Standorten zur Wahl gestellt.
Heute Abend stehen die Ergebnisse fest. Vielleicht reicht's ja für die Mehrheit.
Nachtrag: Yay! :)
Donnerstag, 3. Mai 2012
Nordrhein-Westfalen bittet ja bekanntlich in Kürze wieder zur Wahlurne. Dieses Mal dürfte die Piratenpartei eine Schlüsselrolle bei der Koalitionsbildung spielen. Zum einen wird sie mit fünf bis zehn Prozent der Stimmen sowohl Schwarz-Gelb als auch Rot-Grün verhindern. Zum anderen hat sie mit Joachim Paul einen Spitzenkandidaten, dem ich genug Verantwortungsbewusstsein und Weitsicht unterstelle, sich auf Gespräche mit SPD und Grünen über die Gestaltung einer „dunklen“ Ampelkoalition einzulassen.
Nordrhein-Westfalen und der SPD ist das zu wünschen. Wir Sozialdemokraten müssen zeigen, dass wir das analoge Zeitalter und die intransparente Vetternwirtschaft überwunden haben. Ein gewiss unbequemer, aber aussichtsreicher Prozess.
Dienstag, 1. Mai 2012
Scheint die Sonne auch für Nazis?
Mittwoch, 25. April 2012
Ja, ich habe den Namen etwas modifiziert. So würde sich die Initiative, mit der ich so meine Probleme habe, selbst nicht bezeichnen.
Meines Erachtens geht es allerdings genau darum. Aber der Reihe nach: Zum 1. Januar wurde das vierte Sozialgesetzbuch (SGB IV) insofern geändert, dass duale Studenten auch unter die Sozialversicherungspflicht fallen. Ja, genau: Vorher war das nicht so. Aufgrund eines Urteils aus dem Jahr 2010 wurde die nämlich aufgehoben. Der Gesetzgeber hat nun nachgebessert und auch dual Studierenden die Grenzen aufgezeigt. Wer etwa im Finanzgewerbe studiert, bekam vorher den Tariflohn von 781 Euro (erstes Lehrjahr, Verdi-Gehaltstabelle) ohne Abzüge ausgezahlt und sollte sich davon selbst als Student bei den Gesundheitskassen versichern. Etwa 703 Euro blieben übrig.
Nun wurde für Gerechtigkeit gesorgt. Wie andere Azubis, die die Hälfte ihrer Ausbildung in der Berufsschule verbringen, müssen auch Studierende, die zwischendurch beim Ausbildungsbetrieb Praxiserfahrung sammeln (deshalb auch praxisintegriertes Studium), die entsprechenden Sozialbeiträge zahlen. Von 781 Euro bleiben noch rund 610 Euro übrig.
Statt sich für allgemein höhere Löhne zu engagieren, die sowohl dem Geldbeutel als auch der Gesellschaft (z.B. auch durch höhere Sozialabgaben) zugute kommen, machen einige Betroffene nun das, was natürlich viel näher liegt: klagen. Ziel der Initiative „Duale Studenten gegen die SV-Pflicht“ ist es, die Gesetzesänderung für verfassungswidrig erklären zu lassen.
Mehr als 2.500 Personen gefällt das. In Deutschland soll es rund 50.000 duale Studentinnen und Studenten geben. Ein beachtlicher Anteil also, der sich allein bei Facebook für die Verfassungsklage ausspricht, anstatt sich solidarisch mit allen anderen Auszubildenden und jenen, denen die Abgaben zugute kommen, zu zeigen.
Aber das wäre wohl zu viel verlangt. Wer vorher zu Unrecht (aber natürlich ohne schlechtes Gewissen) mehr bekommen hat, empfindet die Korrektur nun als ungerecht. Wen wundert's? Einige duale Studenten sind offenbar etwas Besseres.
Hinweis: Ich bin dualer Student. Da ich im Gegensatz zu den meisten Kollegen und Kommilitonen finanziell nicht (mehr) am Tropf meiner Eltern hänge und die Ausbildungsvergütung tatsächlich für notwendige Dinge ausgeben muss, würde ich persönlich sehr von der Befreiung profitieren. Will ich aber nicht.
Dienstag, 24. April 2012
Facebook ist tot.
Natürlich existiert das weltweit größte Netzwerk noch. Aber: Es ist langweilig und überflüssig geworden.
Das Problem des Facebook-Erfinders und -Chefs Mark Zuckerberg ist die Beliebigkeit der Plattform. Angesagtere wie Pinterest haben sich einem bestimmten Zweck untergeordnet. Facebook hingegen möchte alles sein – und verliert damit an Reiz.
Nach fünf Jahren Euphorie haben nun die meisten verstanden, dass der blaue Riese nichts Einzigartiges bietet. Und so geht der Trend wieder zur Spezialisierung – auch, weil viele Negativbeispiele und Schlagzeilen die Benutzer zu mehr Vorsicht bezüglich ihrer Privatsphäre bewogen haben. In meinem Freundeskreis schreibt man sich per WhatsApp, einigt sich gelegentlich per Doodle auf Termine und im Zweifel ruft man einfach mal an.
Die Kommunikationsplattform Twitter erfuhr einen ähnlichen Popularitätsschub wie Facebook, hat aber nicht so sehr an Attraktivität eingebüßt. Statt sich zu einem Internet-Ersatz mit eigenen Grenzen zu entwickeln, lebt Twitter weiterhin von Verknüpfungen mit dem diversifizierten, bunten Internet. Twitter und Pinterest leben die Freiheit, Facebook will den Nutzer einsperren.
Das hat schon AOL versucht und ist damit heftigst auf die Nase gefallen. Warum sollten Menschen akzeptieren, dass das Mitbestimmungs- und Freiheitsmedium schlechthin für sie in starre Grenzen gelegt, ihre Bewegungsfreiheit darin also eingeschränkt wird?
Facebook müsste sich in kürzester Zeit neu erfinden. Da dies eher unwahrscheinlich ist, werden wir in fünf Jahren sehr wahrscheinlich sagen: „Weißt du noch, damals, AOL, MySpace, Facebook und so?“
Sonntag, 22. April 2012
Der Preis für den geschmacklosesten Vergleich der Woche geht an: Malte Welding. Niemand schafft es so hervorragend, die Leiden der Menschen im ersten Weltkrieg mit der ziemlich tragischen Urheberrechtsdebatte zu vergleichen. Chapeau!
In allen kreativen Bereichen außer in der Werbung ist das Geld sehr knapp. Im Ersten Weltkrieg starben die Menschen so zahlreich an der Spanischen Grippe, weil sie sowieso schon geschwächt waren. Die wenigen Downloads, die den deutschen Buchmarkt betreffen, raffen naturgemäß die hinweg, die sowieso nur gerade eben vom Schreiben leben können.
Quelle: FAZ
Freitag, 20. April 2012
Die Piraten-Ikone Marina Weisband hat sich meiner Meinung nach auf hervorragende Weise gegen Nazis und menschenfeindliches Gedankengut zu Wort gemeldet.
Hut ab!
Donnerstag, 19. April 2012
Die Digitale Gesellschaft sammelt Spenden für Aktionen gegen ACTA.
Darunter musste in meinem Fall McDonalds leiden, denen nun der Umsatz für ein Menü fehlt. Doppelter Gewinn für die Gesellschaft.
Donnerstag, 19. April 2012
Willkommen zum fünfhundert-milliardsten Senf zum Thema Piratenpartei. Selbstverständlich mache ich nicht vor der Partei halt, deren vorübergehendes Aushängeschild Christopher Lauer ich gerne und häufig kritisiere.
Genau dieser stand gestern dem Grünen-Politiker Volker Beck in der Sendung ZDF.login gegenüber. Beck muss sich in Sachen Netzaffinität keinen Vorwurf gefallen lassen und war als Grüner unter Zugzwang natürlich in Angriffslaune. Lauer wiederum gab erneut den sichtlich gelangweilten, vermeintlich unterforderten Nerd, der sich seiner Sache mehr als sicher war und keinen Zweifel daran aufkommen ließ, dass er der intelligenteste Mann im Raum war.
Den Piraten fehlt es gewiss nicht an Kompetenz. Selbst wenn: Die kann man hinzugewinnen. Charakterzüge hingegen, die beispielsweise Überheblichkeit offenbaren, lassen sich nur schwer ändern.
Bei Twitter und in anderen Räumen mit netzaffinem Publikum mag der von vielen Piraten gepflegte Humor (oft wenig charmant und auf Kosten anderer) vielleicht funktionieren. Ich finde auch gelegentlich Gefallen daran. Doch als Bürger, der auch Soft-Skills bei Politikern wertschätzt, fallen die Piraten bei mir leider durch.
Wer in Parlamente will, muss meiner Meinung nach einer großen, viele Kompetenzen berücksichtigenden Beurteilung Stand halten. Schließlich gibt es kein „Stimmrecht light“ zur Eingewöhnung. Jede Stimme im Parlament ist gleich viel wert. Wer mitmachen will, muss sich an denselben Maßstäben wie der Rest messen lassen.
Sowohl in charakterlichen Fragen als auch bei anderen den wichtigen Themen der heutigen Zeit (neben der Netz- und Kulturpolitik) haben die Piraten bisher zu wenig zu bieten. Es würde mich sehr überraschen, wenn sie es bei der übernächsten Bundestagswahl schaffen, mehr als zehn Prozent der Bevölkerung auf sich zu vereinen.
2013 wird es wohl klappen. Voraussichtliche acht bis zwölf Prozent des Parlaments, die kein Interesse an Regierungsarbeit haben. Willkommen in der Piraten-Demokratie.
Hinweis: Ich bin Sozialdemokrat und gelte deshalb für viele als „befangen“. Meiner Meinung nach existiert kein Konflikt zwischen Piratenpartei-Sympathie und SPD-Mitgliedschaft. Viele Piraten und Sozialdemokraten sehen das leider anders.
Mittwoch, 18. April 2012
Ich benutze es zwar noch nicht aktiv, aber was die Ubernauten da auf die Beine gestellt haben, ist wirklich großartig. Grundkenntnisse mit Linux, SSH und Co. vorausgesetzt, ist es das perfekte Angebot für alle kleinen bis mittelgroßen Webprojekte.
Bezahlen, wie viel man möchte – mindestens aber einen Euro je Konto und Monat. Ist sicher nicht überall anwendbar, wird dennoch zu selten angeboten.
Mittwoch, 18. April 2012
Innerlich muss der traurige Klang aus „Geh auf's Ganze!“ vielen durch ihr Oberstübchen schallen, wenn sie sich hierher verlaufen.
Ich weiß nicht, ob täglich 20 bis 30 Personen den Dortmunder Grünen-Politiker, den IT-Wissenschaftler oder vielleicht auch den Schauspieler Benjamin Beckmann suchen. Den Studenten bestimmt nicht.
Oder?
Montag, 16. April 2012
…sonst krieg' ich Durst. Bei dieser Currywurst jedenfalls.
Sieht so aus, als müsste meine Generation die SPD retten. Alle anderen Hoffnungen wurden soeben offiziell zu Grabe getragen.
Samstag, 14. April 2012
Ist mir egal, solange es gut ist.
Dienstag, 10. April 2012
Die Autorin und Moderatorin Charlotte Roche und der einfallsreiche Satiriker und Fernsehmacher Jan Böhmermann sind Gastgeber einer noch recht jungen Sendung mit dem äußerst einfallsreichen Titel „Roche und Böhmermann“.
Doch die Talkshow hat all das, was ihr Titel nicht hat: Einfallsreichtum, Charme, Witz und manchmal auch eine gehörige Portion Wahnsinn. Nicht, dass es besonders spannend wäre, Böhmermann beim Konsum von – ich sage mal konditionssteigernden – Pillen zu beobachten, nachträglich hinein geschnittene Rückblenden oder vermeintliche Gedanken von Moderatoren und Gästen als Off-Stimmen zu sehen bzw. zu hören – um nur einige Beispiele aus der noch recht jungen Geschichte der Sendung zu nennen. Nein, diese willkommenen Experimente werden schnell wieder begraben.
Stattdessen brillieren Roche und Böhmermann durch die Auswahl der Gäste, wirklich amüsante Einspieler und provokante Fragen. Das nervöse Unterbrechen eingeladener Personen sollte sich Böhmermann das eine oder andere Mal zugunsten der Interaktion der Gäste untereinander verkneifen. Dafür allerdings – und das ist wirklich mal etwas Neues – darf nicht jeder Hansel ein Buch oder eine CD in die Kamera halten. Danke, ZDF!
Sonntags, 22 Uhr beim Digitalsender zdf.kultur. Für Studierende: Nach dem Tatort noch eine Viertelstunde am Wein nippen und dann Roche und Böhmermann genießen.
Donnerstag, 5. April 2012
Früher (ja, früher) gab es mal so einen seltsamen Trend hin zum sogenannten „Einkaufserlebnis“. Der muss vorbei sein. Wer schon mal im Berliner Ring-Center war und seinen wöchentlichen Großeinkauf im Real hinter sich bringen wollte, kann das sicher bestätigen.
Nichts lädt in irgendeiner Weise dazu ein, mehr als eine Hand voll Zeug zu kaufen. Zwei Schachteln Eier überfordern die Kassenlaufbänder, die Kassen wiederum sind so dicht beieinander, dass ein Hüftumfang von über 100 Zentimeter nicht zu empfehlen ist. Nicht zuletzt darf man seinen Kram dann mit Bahnhofsatmosphäre in der stets leicht gereizten (weil Berliner) Menge in seinen Taschen verstauen.
Wenn ich mal so alt bin, dass ich das nicht mehr vertrage, muss ich hier weg sein. Kann nicht mehr lange dauern.
Montag, 2. April 2012
Zum Thema Enorm: Da ist ja alles super. Sogar deren Bankverbindung.
Was mir aber am Abonnement der Enorm am besten gefällt, ist, dass dort für die digitale Distribution nicht mehrfach abgezockt wird. Einfach Android- oder iPhone-App herunterladen, Abo-Nummer eingeben und schon kann ich in der U-Bahn auch papierlos lesen. Sogar Ausgaben, die mir eigentlich nicht zustehen, weil sie vor dem Beginn meines Abonnements erschienen sind.
So muss das!
Sonntag, 1. April 2012
Du bist zu dick, wenn vital_abnehmen dir bei Twitter folgt.
:-(
Sonntag, 1. April 2012
Muss man sich schämen, Abonnent von Brand eins und Enorm zu sein?
Samstag, 31. März 2012
Sowohl Benjamin von Stuckrad-Barre als auch Maybrit Illner haben den Politiker Christopher Lauer als Gast in ihren abendlichen Talk- bzw. Late-Night-Shows begrüßt. Was mich daran stört? Eigentlich nichts – hätte ich nicht zufällig beide ZDF-Formate gesehen.
Irgendwann geisterte mal der Begriff vom „Vorbild“ herum, das ein Politiker – erst recht als Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses – sein soll kann. Lauer präsentiert sich anders. Kettenrauchend, herummotzend, besserwissend und zu aktuellen Themen mit gleichgültiger Gelassenheit aufzutreten hilft jedenfalls dabei, eine parteiinterne Wahl nach der anderen zu vergeigen. Vielleicht soll es ja ein Rekord für die Ewigkeit werden. Nur dann wirkt's.
Bleibt zu hoffen, dass Marina Weisband, das Aushängeschild der Piratenpartei, bald einen Rückzug vom Rückzug ankündigt.